Habe ich den „richtigen Gesellen“ für mein Handwerksunternehmen ausgewählt?
Du hast dich für einen Kandidaten entschieden, der in dein Handwerksunternehmen passt, weil du zuvor ein Telefonat geführt hast (siehe Einstellungsgespräch – Erstqualifizierung). Die wichtigsten Parameter sind somit erfüllt, um ein ausführliches Einstellungsgespräch zu führen.
Selbst wenn es dir etwas überzeichnet klingen mag, kommt es jetzt darauf an, einiges im Gespräch zu beachten:
- Sorge für eine sehr gute und ruhige Atmosphäre. Das bedeutet, dein Schreibtisch oder der Raum, in dem du das Gespräch führen willst, ist aufgeräumt und sauber.
- Biete Heiß- und Kaltgetränke an.
- Dein Mobiltelefon ist ausgeschaltet.
- Du bist sehr gut vorbereitet! Selbstverständlich hast du weitere Fragen erarbeitet, die für dich und deinen Handwerksbetrieb wichtig sind.
- Du weißt jetzt schon, wie die ersten Tage und die Einarbeitungszeit deines zukünftigen Mitarbeiters in deinem Handwerksbetrieb aussieht.
- Du eröffnest das Gespräch mit einigen freundlichen Worten, zum Beispiel, wie lange er gebraucht hat, um zu dir zu kommen. Dann erörterst du kurz den Ablauf des Gespräches: „Heute habe ich noch einige Fragen und ich bin mir sicher, dass es einige Fragen gibt, die du beantwortet haben möchtest. Dann führe ich dich durch den Betrieb und wenn für uns beide alles passt, vereinbaren wir einen Termin für ein oder zwei Probetage. So haben wir beide eine Vorstellung davon, ob eine Zusammenarbeit für uns in Frage kommt.“
- Du achtest genau auf die Punkte, die dir zwingend wichtig sind und sagst ein klares NEIN zu dir und dem Bewerber, wenn du merkst, dass es doch nicht passt.
- Prüfe unbedingt die Teamfähigkeit mit gezielten Fragen. Beispielsweise so: Arbeitest du gern im Team oder bist du lieber allein im Kundendienst unterwegs?
- Fordere deinen Bewerber unbedingt auf, Fragen zu stellen.
- Sollte dein Bewerber NUR Forderungen stellen und nicht erwähnen, wie er sich in deinem Betrieb besonders einbringen will: Lasse diesen Bewerber ziehen!
Nach einiger Zeit ist dieser Kandidat wieder auf der Suche nach einem „noch besseren“ Angebot in einem anderen Handwerksbetrieb. - Wenn ihr beide merkt, dass es passt, führe deinen zukünftigen Handwerksgesellen durch deinen Betrieb. Sei authentisch! Erzähl bitte nur das, was wirklich stimmt. Und nicht etwas, das du irgendwann mal vorhast, z.B. das Lager in eine Struktur zu bringen (was vielleicht in den letzten Jahren immer wieder vernachlässigt wurde).
- Vereinbare einen weiteren Termin für das Probearbeiten und bereite es genau vor. Es sollte eine Tätigkeit sein, die dein „Neuer“ auch beherrscht. Damit ist gemeint, dass du zuvor erfragst, wie gut er sich auskennt. Tatsächlich wird in vielen Handwerksbetrieben in gleichen Gewerken völlig anders gearbeitet. So ist manch ein Handwerksunternehmer aus allen Wolken gefallen, weil er der Überzeugung war, das muss der doch können… Anderenfalls kommt es zu einer Frustration deines neuen Gesellen.
- Jetzt lässt sich schnell feststellen, ob er in das Team passt. Denn idealerweise entscheidet das Team, ob er in deinem Handwerksbetrieb mitspielen darf oder nicht.
- Wenn alles passt, vereinbare einen Termin für die Unterzeichnung des Vertrages.
Wenn du selbst diesen Punkten noch etwas hinzufügen möchtst, umso besser! Vielleicht schreibst du uns, was du außerdem noch berücksichtigen würdest.
Und sollten du Fragen haben, rufe uns gerne an.
Weshalb nach dem Einstellungsgespräch ein Onboarding und eine gut geplante Einarbeitungszeit so wichtig sind, erfährst du in Teil 3 unserer Blog-Reihe „Onboarding – Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters“
Herzlichst
Susanne Hasemann
Quelle Foto: ©[89Stocker] via Canva.com
