Möglicherweise steht für dich schon lange fest: Mitarbeiter kündigen – und zwar einen ganz bestimmten. Trotzdem schieben wir diesen Schritt oft viel zu lange hinaus. Chefs geht es dabei im Grunde nicht anders als Mitarbeitern, die innerlich längst gekündigt haben und ebenfalls warten, bis es nicht mehr weitergeht.
Eine Kündigung hat natürlich Folgen. Es hat aber auch Folgen, wenn du zu lange zögerst die Kündigung auszusprechen. Kollegen spüren natürlich, wenn was „in der Luft“ liegt.
Häufig hören wir von unseren Unternehmern: „…das hätte ich schon viel früher tun sollen, seitdem ist das gesamte Team einfach besser drauf und leistet mehr.“ Aha! Ganz ehrlich, als wüsstest du das nicht – ja genau du! Du, der diesen Blog jetzt gerade liest.
Bitte bedenke auch, dass dein Mitarbeiter am Arbeitsmarkt bessere Chancen hat, je eher du ihn gehen lässt.
Sprechen wir kurz über das Zögern: Klar, einen neuen Mitarbeiter einarbeiten kostet Zeit. Vielleicht ist er oder sie fachlich so top und kommt bei den Kunden gut an? Nur… ins Team passt diese Person einfach nicht. Oder du zahlst eventuell eine hohe Abfindung, weil dein Mitarbeiter schon lange im Betrieb tätig ist? Gründe gibt es sicher viele. Es kommt nicht darauf an, was du verlierst, wenn du einem Mitarbeiter kündigst, sondern was du gewinnst. Dieser Blog soll dich ermutigen, eine Entscheidung, die du längst getroffen hast, umzusetzen.
Dabei gibt es einiges zu beachten:
- Kündige NICHT aus einer emotionalen Situation heraus.
- Vor der Kündigung sollte dein Mitarbeiter die Gelegenheit bekommen, sein Verhalten oder fachliche Inkompetenz, welches zu einer Kündigung führt, abzustellen oder auszugleichen. Lege hierzu ein bestimmtes Zeitfenster fest und suche dann erneut das Gespräch.
- Erkundige dich in jedem Fall bei einem Rechtsanwalt über rechtliche Konsequenzen.
- Gehe mit deinem Mitarbeiter die gesamte Zeit über wertschätzend um und kläre, ob dein Mitarbeiter die Kollegen informieren möchte, oder ob du es tust.
- Bereite dich auf die Kündigung vor und stelle ihm ein angemessenes Zeugnis aus.
- Unterlasse es, deinem Mitarbeiter Vorwürfe zu machen und nenne keine alten Beispiele.
- „Wie wir beide festgestellt haben, passen wir nicht mehr so ganz zusammen. Manchmal ist es einfach besser, sich zu trennen. Ich möchte dir den Ausstieg bei uns so angenehm wie möglich machen.“ Gehe auf besondere Wünsche ein und frage danach. Es ist nun nicht mehr wichtig, wie sauer DU bist. Sorge dafür, dass dein Mitarbeiter keinen Anlass hat, schlecht über dich zu reden oder im Internet schlecht über dich und deine Firma zu schreiben.
- Frage deinen Mitarbeiter dennoch, was er sich von dir gewünscht hätte. Dieses Feedback ist für dich eine kostenfreie Beratung und kann helfen den richtigen Mitarbeiter zu finden. Nimm die Wünsche daher ernst.
- Lasse jegliche Emotionen aus dem Spiel!
Nach der Kündigung passiert es oft, dass sich Mitarbeiter krankschreiben lassen. Ist dies der Fall, liegt meist ein vorheriges Hinauszögern der Kündigung seitens des Unternehmers vor oder wichtige und richtige Gespräche wurden nicht geführt, die eine Kündigung hätten möglicherweise verhindern können.
Lies im nächsten Blog: Kündigung vermeiden und zwar von beiden Seiten!
Wenn du aktuell eine Kündigung vorbereiten musst, unterstützen wir dich gern!
Bis zum nächsten Blog
Susanne Hasemann
Quelle Foto: Tanja Dieskau
