Mitarbeitender Ehepartner

Mitarbeitender Ehepartner – Gemeinsam erfolgreich

Ehepartner im Betrieb = ein gutes Team?

In Handwerksbetrieben und vielen Unternehmen ist die Ehefrau als Unterstützung des Betriebes oft nicht wegzudenken. (seltener sind es die Ehemänner in den Firmen). Ein mitarbeitender Ehepartner kann unterstützen, jedoch klappt eine Zusammenarbeit nicht immer erfolgreich.

Sie bildet eine starke Säule und hat die Buchhaltung fest im Griff. Gemeinsam sind sie ein starkes Team.

Auch ein starkes Team hat Schwächen, besonders wenn es sich um Ehepartner oder Lebenspartner handelt. Das Privatleben und die Familie können da mal auf der Strecke bleiben.

In den letzten Jahren haben es immer mehr Paare geschafft, einen Weg zu finden, der es ihnen ermöglicht alle Lebensbereiche miteinander zu verbinden.

In diesem Block erfahren Sie, wie Ehepartner es schaffen können einen gemeinsamen Weg zu gehen, …

Stellen Sie sich jetzt folgende schöne Szene vor: Ein Schloss an einem wunderschönen malerischen See, auf ihm schwimmt ein Schwan. Majestätisch, nicht wahr? Der Schwan schwimmt an das Ufer, watschelt an Land und ist nicht mehr in seinem Element. Was für ein Bild haben Sie jetzt vor Augen? Immer noch einen Schwan, der an Land gar nicht so majestätisch wirkt. Er wirkt tollpatschig und unbeholfen. Das Wasser und die Luft sind sein Element.

Bitte verstehen Sie mich jetzt richtig: Der Schwan ist ein ausgezeichneter Schwimmer und bewegt sich in der Luft. Es ist seine Bestimmung, seine Fähigkeit. Er würde sich wohl nie allzu lange auf dem Festland aufhalten. Sehen Sie das auch so? Nun was hat das jetzt mit unserem Thema zu tun?

Ein Betriebsinhaber wünscht sich häufig die Ehefrau als Büroassistenz inkl. Buchhaltung an seiner Seite.

Dabei spielt das Vertrauen und die oft für den Betrieb eingesparten Kosten die größte Rolle.

Dass die Partnerin diesen Beruf wirklich von ganzem Herzen will, ist in der Regel eher selten. Sie sehen es eher als Ihre Pflicht an, ihren Mann zu unterstützen und tun es auch. Manche entwickeln erst sehr viel später Freude daran zu organisieren und buchhalterisch tätig zu sein. Nur nicht jedem Menschen liegt der Beruf der Büroassistenz/Buchhaltung.

Da hilft es auch nicht immer einen Kurs für Büroorganisation zu absolvieren. Ja er ist hilfreich – nur wenn es auch den Fähigkeiten der Partnerin entspricht. Viele bringen die Fähigkeit mit, jedoch nicht alle! Sie würden einen Mitarbeiter ja auch nicht grundsätzlich einstellen, wenn die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit nicht erfüllt wird. So gibt es viele Tränen aufgrund von hohen Erwartungen und Vorstellungen.

Damit es nicht so weit kommt, hier die angekündigten Hinweise:

  • Wie in jedem Angestelltenverhältnis gibt es eine Probezeit. Wenn die Zusammenarbeit, ganz gleich aus welchem Grund, nicht funktioniert, zwingen Sie sich nicht gegenseitig dazu, an der Idee „Zusammenzuarbeiten“ festzuhalten. Dies kann auch das Ende Ihrer Ehe oder Partnerschaft bedeuten.
  • Einarbeitung: Der wichtigste Punkt zu Beginn der Zusammenarbeit. In vielen Fällen findet diese schlicht weg nicht statt, eher halbherzig oder ohne Plan. Es wird vom Betriebsinhaber vorausgesetzt, dass sich die Ehefrau und Partnerin „schon nach einer gewissen Zeit einarbeitet“. Sicher ist dies berechtigt, wenn die Partnerin bereits Büroassistentin ist oder einen ähnlichen Beruf ausgeübt hat. Dennoch ist die Einarbeitung in jeden Fall von Bedeutung! Da hilft es nicht „nur“ eine externe Einweisung in das Softwareprogramm zu erhalten.
  • Überlegen Sie gemeinsam welche Zuständigkeiten in welchen Bereich fallen und was genau die zu erledigenden Aufgaben sind. Und dann bleibt die Zuständigkeit auch bei genau der Person, es sei denn sie kann es nicht leisten! Dass sie diese Aufgaben und Zuständigkeiten schriftlich fixieren, versteht sich von selbst.
  • Jeden Tag kurze Abstimmung und Feedback! So kann gegenseitig geprüft werden, ob die Aufgaben effizient und richtig durchgeführt wurden.
  • Vereinbaren Sie eine bestimmte Uhrzeit, wann die Arbeitszeit beginnt und endet. Natürlich können sie es auch flexibel gestalten, dies ist ja vielleicht auch einer der Gründe, weshalb Sie sich für die Zusammenarbeit entschieden haben. Dennoch stimmen Sie die Zeiten ab.
  • Jeden Tag ist ein Kurzmeeting „Stand UP“ Meeting erforderlich, wie bereits beschrieben. Zeigen Sie, was Sie erledigt haben und welche Fragen Sie beantwortet haben möchten. Die Kommunikation ist einer der Hauptgründe, weshalb es in der „Teamarbeit“ nicht klappt. In manchen Betrieben kann es auch 2x am Tag erforderlich sein, jedoch nie mehr als max. 10 Minuten. Was sie nicht ansprechen können, schieben sie auf den nächsten Tag. In der Anfangsphase wird es möglicherweise länger dauern. Nach der Einarbeitungszeit/Probezeit sind die Zeiten einzuhalten. Ansonsten vereinbaren Sie beide einen Termin um das Thema zu klären. Die vereinbarten Kurzmeetings sind Bestandteil einer erfolgreichen Zusammenarbeit und werden fortgeführt solange Sie im Betrieb arbeiten!
  • Nach Feierabend wird NICHT mehr über den Betrieb gesprochen. Notieren Sie sich wichtige Punkte für den nächsten Tag für das Kurzmeeting. Das gibt natürlich für beide Seiten. Betriebsthemen haben am Esstisch und im Ehebett nichts zu suchen!
  • Respektvoller und wertschätzender Umgang sollte selbstverständlich sein, gerade wenn Fehler passieren. Gegenseitiges Lob motiviert …auch den Partner!
  • Kommunizieren Sie gegenseitig, was sie voneinander erwarten. Sprechen Sie Themen freundlich an. Wie lösen wir dies oder das? Welche Idee hast Du? Dann bleibt dieses Thema solange auf der Agenda / Aufgabenliste, bis es gelöst ist. Und wenn es nicht klappt: Trennen Sie sich rechtzeitig, wenn es immer wieder zu Streit oder Unstimmigkeiten kommt.

Verhaltensregeln:

  1. Gegenseitige Schuldzuweisungen sind sinnlos und bringen keine Lösung! Besser: Fehler annehmen. „OK, ich habe es jetzt so verstanden, ist das richtig?“
  2. Je mehr Sie sich bemühen das Verhalten des anderen zu ändern, je stärker wird sich das unerwünscht ausprägen. SIE können einander nicht ändern. Es sei denn, die Bereitschaft aus der Person selbst heraus ist vorhanden. Auch das haben Sie schon oft gehört. Interessanterweise ist die Forderung, dass der andere sich ändern soll, immer wieder präsent. Es geht darum die eigene Komfortzone zu verlassen und sich selbst weiterzuentwickeln. Dazu ist jeder für sich selbst verantwortlich. Nur SIE selbst können sich in Bezug auf diese Situation verändern, indem Sie anders mit ihr umgehen. Dann wird sich auch der ungewollte Zustand ändern.
  3. Er oder Sie sagt etwas, er oder sie nimmt es persönlich. Die Diskussion beginnt. Hier helfen Feedbackregeln: Ausreden lassen, aktiv zuhören, ich nehme wahr dass, ich wünscht mir von Dir, statt: Du hast oder du bist (..dann sind sie sofort im Vorwurfsvollen Modus und erzeugen Rechtfertigung!) Dann wiederholen und genau nachfragen, wie hast du dir das vorgestellt, wenn wir so und so.. Statt zu argumentieren stellen Sie offene Fragen (W-Fragen) Haben Sie alles schon mal in den Blogs gehört, oder??
  4. Glockenklare Rollenverteilungen: Wer ist der Chef oder Gleichberechtigung? In der beruflichen Partnerschaft kann nur einer führen und der andere folgen. Gern auch jeder in seinem Bereich, wie schon erwähnt.

Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis an die Damen

Sagen Sie ihm NIEMALS was er tun soll! Selbst wenn Sie es ihm sagen, wird er es wahrscheinlich nicht tun. Nicht weil er es nicht kann, sondern weil er es nicht selbst entschieden hat.

Haben Sie eine gute Idee, fragen Sie ihn: „Was hälst du davon wenn…“ oder „wann meinst Du kannst du das erledigt haben…“.

Weiterbildung für mehr Effizienz im Betrieb und Austausch liegt auch in Ihrer Verantwortung, denn Sie sind daran beteiligt, dass der Betrieb in der Organisation effizient arbeiten kann. Nehmen Sie an Fortbildungen und Unternehmertreffen teil und organisieren Sie sich in Verbänden. Das hilft auch schwierige Situationen zu meistern, die Ihnen täglich begegnen können.

Ein wichtiger Hinweis an die Herren

Frauen sind nun mal emotionale Wesen, das macht sie zauberhaft und manchmal anstrengend zugleich. Sie will einfach nur gehört werden und nicht immer sofort eine Lösung.

Fragen Sie „was denkst Du, was sollten wir als nächstes tun?“ Wenn Sie dann sagt, „ich frag dich ja.“, können Sie gern ihre Handwerkermütze aufsetzen und eine Lösung erzeugen. ABER nicht vorher!

…schauen Sie auf Ihre Aufgabenliste des Tages: „Was kann ich heute an wen abgeben? Es gibt bestimmt einiges, was Sie abgeben könnten; wenn nicht fragen Sie sich, weshalb Ihre Frau im Büro arbeitet.

Oder Sie sind schon so gut organisiert, dass Sie wirklich nur noch die Dinge tun, die ertragsproduzierend sind? Dann kann ich Ihnen nur gratulieren!

Vielleicht schreiben Sie uns zu diesem Thema? Welche Erfahrungen Sie gemacht haben und wie Sie die tägliche Zusammenarbeit meistern.

Ich freue mich darauf.

Herzlichst

Ihre Susanne Hasemann

 

 

Foto Andi Graf: Pixabay

 

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