Der Mitarbeiter verlässt den Chef und nicht die Firma! Wie im letzten Blog angekündigt, hier einige Hinweise zum Thema Exit-Gespräch. Sieh eine Mitarbeiterkündigung als Chance an.
Für jeden Unternehmer ist es ein Schreck, wenn eine Kündigung eines Mitarbeiters auf seinem Schreibtisch landet. Manchmal kommt es überraschend, manchmal hat der Unternehmer auch schon etwas geahnt. Der Mitarbeiter sucht sein Glück lieber bei einem anderen Arbeitgeber. Wie reagierst du als Unternehmer darauf? Oft wird solch eine Kündigung stillschweigend hingenommen.
Wahrscheinlich fängst du gleich an, dir Gedanken zu machen, wie du diesen Mitarbeiter ersetzen kannst, wie und wann du einen neuen Mitarbeiter findest – und dann ist da noch dieser Fachkräftemangel…
Kündigung als Chance sehen
Hast du schon mal daran gedacht, welche Chancen sich dir bietet, wenn du herausfindest, woran es liegt, dass ein Mitarbeiter kündigt? Ärger mit den Kollegen? Probleme mit den Vorgesetzen? Er fühlt sich nicht mehr wohl? Es gibt viele mögliche Gründe, die es wert sind, zu erfragen. Hierzu dient ein Exit-Gespräch.
Ein Exit-Gespräch bietet beiden Seiten nur Vorteile. Der Mitarbeiter fühlt sich auch nach seiner Kündigung ernst genommen und er merkt, dass dem Arbeitgeber seine Kündigung nicht egal ist. Du als Unternehmer kannst erkennen, wo es Schwächen in der Firma bzw. in der Personalführung gibt, um sie zu beseitigen. Dadurch kannst du die verbleibenden Mitarbeiter an die Firma binden und künftige Kündigungen verhindern. Und, wir hatten das Thema schon im letzten Blog, der Mitarbeiter redet auch nach seinem Weggang gut von der alten Firma und verbreitet auch online nichts Negatives, wie z.B. auf der Bewertungsplattform für Arbeitgeber „kununu“. So ist es für dich einfacher, neue Mitarbeiter zu finden.
Wie führe ich ein Exit-Gespräch?
Die Herausforderung bei einem Exit-Gespräch ist, Informationen zu erhalten ohne dass die Emotionen dafür sorgen, dass das Gespräch außer Kontrolle gerät oder unterschwellige Konflikte aufbrechen.
Das Exit-Gespräch sollte frühestens einige Tage nach der Kündigung stattfinden. Am besten hat der Mitarbeiter bereits von dir ein Arbeitszeugnis erhalten, so dass er keine Angst haben muss, seine Kritik würde sich auf seine Beurteilung auswirken. Vereinbare am besten einen Termin mit ihm und sage ihm, dass du gerne ein Feedback von ihm hättest. So können sich beide Seiten optimal vorbereiten und der Mitarbeiter weiß, dass ihn keine „Gardinenpredigt“ erwartet.
Nimm dir in jedem Fall Zeit für das Gespräch und signalisiere dies auch dem Mitarbeiter. So fühlt er sich ernst genommen. Und du möchtest ja schließlich ein ehrliches und ggf. umfangreiches Feedback, um künftig Kündigungen zu vermeiden.
Führe ein Vieraugengespräch, denn wenn ihm mehrere Kollegen und/oder Vorgesetzte gegenübersitzen, traut er sich vielleicht nicht, Kritik zu äußern. Das wirkt einschüchternd. Der Mitarbeiter sollte sich in diesem Gespräch in jedem Fall wohlfühlen.
Der Mitarbeiter hat es sich sicher nicht leicht gemacht, dir die Kündigung auf den Tisch zu legen. In den seltensten Fällen ist es eine spontane Entscheidung zu kündigen. Daher ist es besonders wichtig, das Gespräch auf einer sachlichen Ebene zu führen. Beschuldigungen deinerseits helfen nicht. Natürlich darfst du aber sachliche Kritik äußern.
Nutze das Exit-Gespräch dazu, Dinge in der Firma oder in der Personalsituation zu verändern. Dafür ist es wichtig, zu überlegen, was du aus dem Gespräch mitnimmst. Was kannst du tun, um eine vergleichbare Kündigungssituation zu vermeiden? Erst wenn du tatsächlich etwas veränderst, hat das Gespräch seinen Zweck erfüllt.
5 Beispielfragen, die in solchen Exit-Gesprächen gestellt werden können:
(aus www.karriere-bibel.de)
- Was hätte geändert werden müssen, damit du geblieben wärst?
- Empfandest du deine Bezahlung angemessen?
- Welche Verbesserungen erhoffst du dir bei einem neuen Arbeitgeber?
- Wurdest du ernst genommen und wurde deine Meinung in unserem Unternehmen erfragt?
- Was hat dir besonders gut (und besonders schlecht) gefallen?
Wir wünschen dir natürlich, dass du nie in die Situation kommst, dass ein Mitarbeiter kündigt. Wenn doch, führe bitte unbedingt ein Exit-Gespräch.
Wenn du weitere Fragen dazu hast, rufe uns gerne an.
Herzliche Grüße
Tanja Dieskau
Quelle Foto: @[kanchanachitkhamma] via Canva.com
Quelle Text: Karrierebibel
