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Nein Sagen

Nein-Sagen, können Sie das?

Es gibt Chefs, denen es sichtlich schwerfällt NEIN zu sagen, wie im Fall eines Gas-und Wasserinstallateurbetriebes. Wie so oft besteht der Betrieb in der zweiten Generation und so sind alte Strukturen in die neue Organisation gerutscht. Wir könnten auch von alten Konditionierungen sprechen, in welcher Weise ein Betrieb zu führen ist, die vom Vater auf den Sohn übertragen wurden.

Der Nachfolgende nimmt sich fest vor, es ganz anders zu machen. Er sieht sich vor der Aufgabe nachhaltige Änderungen einzuführen. So mag ihm vieles gelingen, wie beispielsweise die Digitalisierung der Organisationsstruktur, so dass Mitarbeiter tatsächlich nur noch die App nutzen, um Stunden und Material dem Auftrag hinzuzufügen.

Und doch: Manchen Chefs fällt es schwer ein Nein auszusprechen.

Entweder sie fühlen sich beispielsweise von einem Mitarbeiter überrumpelt im Falle einer spontanen Frage zu einer Gehaltserhöhung. Oder sie können selbst ihren eigenen Prinzipien nicht standhalten. Nehmen wir an, es gibt so viele Aufträge abzuarbeiten, dass die Unternehmen das nächste halbe Jahr ausgebucht sind. Die Chefs müssen Bestandskunden also auf das nächste Jahr vertrösten und können aktuell keine Neukunden annehmen. Ansonsten riskieren sie höchstwahrscheinlich bei einer Dauerbelastung gesundheitliche Einbußen. Woran liegt diese „Eigensinnigkeit“ dann doch wieder nachzugeben? Möglicherweise sind hier alte Muster aus der Vergangenheit am Werk und es haben sich Glaubensmuster festgesetzt: „Wenn wir unseren Kunden jetzt nicht betreuen, kommt der nicht wieder“ oder „der Kunde denkt von uns, wir haben es wohl nicht nötig“. Das sind Ängste, die Unternehmer sich selbst aus Gedankenmustern herleiten, die in der Regel nicht den Tatsachen entsprechen. Seien Sie mutig und sagen einfach mal NEIN, wenn ein Gefühl „Nein“ ruft, „damit bin ich nicht einverstanden“, „das will ich einfach nicht“.

Vor einer Weile ist ein Unternehmer an mich herangetreten. Er hatte das Problem, dass ein langjähriger Beschäftigter seit einigen Jahren dem besagten Unternehmer auf der Nase rumtanzte, ihm mit wenig Respekt begegnete und in allem was er tun sollte eine negative Haltung einnahm. Nicht gerade vorteilhaft, wenn gerade ein potenzieller Nachfolger eingestellt wurde, der sich sichtlich unbehaglich in der Nähe dieses eher negativen Beschäftigen fühlte.

Was also tun?

Also hatten wir gemeinsam mit unserem Unternehmer ein Gespräch vorbereitet und ein wenig trainiert. Es kam darauf an, künftig klare Aussagen zu treffen, was von dem Beschäftigten erwartet wurde. Durch dessen hohe Fachkompetenz fiel es dem Unternehmer Herrn X (nennen wir ihn jetzt mal so) besonders schwer. Er fürchtete dieser Mitarbeiter würde kündigen. Als ihm jedoch bewusst wurde, dass er sein eigentliches Ziel nicht gefährden wollte, nämlich die Nachfolge erfolgreich einzuleiten, fasste er sich ein Herz und sprach den Mitarbeiter so klar und offen an, dass es danach seltsamerweise nie wieder ein Problem gab! Er schien etwas richtig gemacht zu haben: Scheinbar war der besagte Mitarbeiter „baff“, dass sein Chef auch anders konnte! Unser Unternehmer Herr X war gut vorbereitet, hatte geübt und das Wichtigste, er hatte einen wirklichen Grund über seinen Schatten zu springen: Die Gefährdung seiner Nachfolge! Um ein „nein“ Wirklichkeit werden zu lassen, muss der Grund für das „nein“ so wichtig sein, dass ein Mensch in der Lage ist, über seinen Schatten zu springen und auf sich zu hören! Falls Sie über Ihren Schatten springen möchten, sind wir gern an Ihrer Seite!

Herzlichst

Ihre Susanne Hasemann

 

Quelle Foto: AdobeStock